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Mit viel Improvisationstalent und Kreativität basteln Gefängnisinsassen Werkzeuge, Waffen und andere Dinge aus dem, was ihnen in die Finger kommt. Aber auch beim Drogenschmuggel fallen den Insassen immer wieder kreative Wege ein, um verbotene Substanzen in die Zellen zu bringen. Wir haben für euch einige der kreativsten Aktionen zusammengetragen.

Kreative Waffen:

Ob angespitzte Zahnbürsten, selbstgebaute Schlagringe oder Schlagkeulen, in die Nägel und Schrauben gerammt wurden. Schlag- und Stichwerkzeuge werden immer wieder in Gefängnissen sichergestellt. Eine besonders brisante Entdeckung haben die Beamten in der JVA Billwerder (Hamburg) gemacht. Dort hatte sich ein Gefangener, der kurz davor war in den offenen Vollzug zu kommen, in der Werkstatt ein Imitat der Maschinenpistole "Uzi" gebaut. Die Attrappe bastelte er aus einer Metallschiene, einem Metallrohr und einem Holzstück. Alles Restmaterial aus der Knast-Werkstatt. Für den "Uzi"-Bastler, dem die Attrappe zugeordnet werden konnte, wurde es mit dem offenen Vollzug bis auf Weiteres nichts.

Kreativer Drogenschmuggel:

In vielen deutschen Gefängnissen wurde das Schmuggeln von Drogen zum echten Problem. Da viele der Inhaftierten stark süchtig sind, lassen sie sich die kuriosesten Wege einfallen, um sich Drogen ins Gefängnis zu schmuggeln. Drogen wurden beispielsweise in Babywindeln, BHs, über den Brief- und Postverkehr, Küchen- und Abfalldienste gefunden, sowie nach Ausgängen und Urlauben in Körperöffnungen von Gefangenen oder bei Besuchern. Selbst Anwälte, Friseure und Beschäftigte der Haftanstalten wurden beim Drogenschmuggel enttarnt. Oft kommt es vor, dass die Kuriere von den Insassen erpresst werden. Häufig werden auch Drogenpäckchen oder mit Haschisch gefüllte Tennisbälle über die Gefängnismauern in die Innenhöfe geworfen. Auch sehr beliebt sind Lebensmittel als Drogenverstecke. Bei der JVA Stadelheim (Bayern) kam in der Weihnachts-Post ein Hanuta für einen Häftling an. Bei einer Kontrolle flog die Sendung aber auf. Im Nougat steckten drei Gramm Haschisch. Eine Keksscheibe wurde abgenommen und in die Schokoladenfüllung wurde ein Hohlraum gekerbt, in dem das Haschisch versteckt war. Am Ende wurde alles wieder zurück verpackt, als wäre nie etwas gewesen. Außerdem stießen die Beamten bei einer Routine-Kontrolle auf einen Rasierpinsel, in dessen Hohlraum Psychopharmaka steckten.

Kreative Geschäftsideen:

Alles, was den Häftlingen zwischen die Finger kommt, wird verwertet und umfunktioniert. Seien es: Dosen, weggeworfenes Papier, eine alte, herumliegende Batterie, oder ein Stück Restholz aus der Werkstatt. Daraus wird dann Nützliches wie eine Kochstelle aus Dosen, Pfeifen oder Tätowiermaschinen gebastelt. In einem Gefängnis in Mexiko entstand 2012 daraus eine erfolgreiche Geschäftsidee. Der Mexikaner Jorge Cueto kam unschuldig ins Gefängnis. Für die Zeit hinter Gittern brauchte Cueto eine Tasche für seine Bücher und Stifte, die er sich selbst nähte. Anschließend ließ er sich das Leder von einem anderen Häftling mit dessen selbstgebauter Tätowiermaschine verzieren – und schon war die Geschäftsidee geboren. Nach elf Monaten wurde Cueto wegen erwiesener Unschuld wieder aus dem Gefängnis entlassen. Kaum war er draußen, entstand die Idee für ein neues Startup. Er bringt bis heute Leder ins Gefängnis und die Häftlinge tätowierten ihm das Material mit selbstgemachten Tätowiermschinen und daraus wurden dann Taschen, Portemonnaies, Gürtel und andere Produkte. Im August 2013 eröffnete er seinen ersten Shop „Prison Art“. Mit seinen Ex-Kollegen aus dem Gefängnis arbeitet Cueto auch weiterhin zusammen und vergrößerte das Team. Bis Ende 2015 beschäftigte er mehr als 200 Menschen inner- und außerhalb des Knastes.

Crime-Doku-Serie

60 Days In - Undercover im Knast

Montags um 20.15 Uhr
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