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© CC0 Public Domain, Pixabay.de

16.05.2017 Mehr Kinder und Männer Opfer von Menschenhandel

Alle zwei Jahre veröffentlicht die UNO einen Bericht über Menschenhandel. Die aktuellste Ausgabe überraschte die Weltöffentlichkeit mit einem ungewöhnlichen Detail: So habe die Zahl der entführten Kinder und Männer zuletzt stark zugenommen und beträgt mittlerweile ein Drittel aller Opfer von Menschenhändlern.

Der vom United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) durchgeführte Bericht enthüllte, dass Männer und Kinder mittlerweile 28 Prozent aller Opfer von Menschenhandel ausmachen. Vor zwei Jahren waren es noch 21 Prozent. Frauen machen nach wie vor den größten Teil aus, mit insgesamt 71 Prozent.

Dem Direktor der UNODC, Yury Fedotov, zufolge, werden Menschen zu verschiedenen Zwecken gehandelt: Die meisten werden sexuell ausgebeutet, müssen Zwangsarbeit verrichten oder werden zum Betteln gezwungen. Auch Zwangsehen sind möglich, genau wie die erzwungene Beteiligung an Betrügereien oder Pornografie.

Diese Zunahme liegt laut dem Bericht auch an den kriegerischen Auseinandersetzungen, die derzeit in vielen Ländern herrschen. Fedotov hält Menschen, die vor Krieg und Gewalt flüchten, für besonders verletzlich, da sie durch die Flucht unter Umständen in lebensgefährlichen Situationen landen können.

Vor allem in Syrien nahm die Zahl der Opfer von Menschenhandel nach Beginn des militärischen Konflikts stark zu, was ein eindeutiger Beweis für die Hilflosigkeit der Kriegsflüchtlinge ist. 

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