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Cybermobbing ist ein Problem, mit dem sich immer mehr Kinder und Jugendliche konfrontiert sehen. Die Schnelllebigkeit und Anonymität des Internets und von sozialen Medien bietet ideale Voraussetzungen für Täter. Gleichzeitig findet durch die räumliche auch eine emotionale Distanz zu der Betroffenheit der Opfer statt.  

 

Zahlen und Fakten

Das Thema Mobbing hat sich im Internetzeitalter schnell auch in die sozialen Netzwerke, Foren und die Handy von Kindern und Jugendlichen eingeschlichen. Jeder dritte junge Mensch im Alter von 12 bis 19 Jahren kennt jemanden, der schon mal online oder über das Handy beleidigt oder anderweitig angegriffen wurde. Das hat die sogenannte JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest, die seit 1998 den Umgang von Jugendlichen mit Medien und Information untersucht,  zuletzt herausgefunden.

Dabei ist das Gefährliche bei Cybermobbing nicht nur, dass der Täter sich oftmals in Anonymität hüllen kann, sondern auch, dass die Betroffenheit des Opfers nicht sofort wahrgenommen wird. Denn es ist leicht zu vergessen, dass am anderen Ende der Leitung ein Mensch sitzt, den die bösen Worte oder auch unschöne Fotos, verletzen. Hinzu kommt, dass sich diese Inhalte mittlerweile unfassbar schnell verbreiten lassen.

Die Gesetzeslage

In Deutschland gibt es bisher kein Gesetz, dass gegen Cybermobbing vorgeht. Aber es gelten auch im Internet die gängigen Gesetze und so können Beleidigungen, Verleumdungen oder üble Nachrede auch im digitalen Bereich strafrechtlich verfolgt werden. Tätern droht eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe. Wer andere Personen öffentlich verleumdet, muss sogar mit einer Freiheitstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen!

Bekannte Fälle

Leider haben einige der Mobbingattacken im Netz verheerende Folgen für die Opfer. Oftmals werden die Betroffenen in Depressionen gestürzt und haben das Gefühl, alleine und ausgegrenzt zu sein. Im schlimmsten Falle kann dies sogar zu Suizid führen.

Amanda Todd

Die 16-jährige Kanadierin Amanda Todd war schon früh im Internet auf der Suche nach neuen Freunden. Als sie in die siebte Klasse ging, machte sie die Bekanntschaft mit einem Mann, der sie mit unzähligen Komplimenten überschüttete. Unbedacht gab Amanda auf Bitten des Unbekannten daraufhin ein Bild von ihren nackten Brüsten heraus. Der Mann nutzte dieses Bild fortan, um sie zu erpressen und verschickte es schließlich an ihre gesamte Schule und veröffentlichte es auch auf Facebook. Daraufhin begannen schlimme Mobbingattacken, die auch nach mehrfachen Schulwechseln nicht abebbten.

Amanda erlangte traurige Berühmtheit, weil sie nur knapp einem Monat, bevor sie sich das Leben nahm, ein neunminütiges Video auf Youtube veröffentlichte, indem sie um Hilfe bat. In dem Video erzählt Amanda ihre Geschichte, indem sie handgeschriebene Zettel in die Kamera hält. Sie selbst spricht kein Wort.

Megan Meier

Megan war gerade einmal 13 Jahre alt, als sie auf der Internetplattform Myspace den 16-jährigen Evan kennenlernte und sich Hals über Kopf in ihn verliebte. Doch Josh war in Wirklichkeit eine ehemalige Freundin von Megan, die sauer war, dass diese den Kontakt zu ihr abgebrochen hatte. Zusammen mit ihrer Mutter erstellte das Mädchen ein Fake-Profil und gewann das Vertrauen – und schließlich auch das Herz – ihrer einstigen Freundin. Ihre Rache übte das der falsche Josh aus, in dem er Megan von heute auf morgen fallen ließ, sie beschimpfte und auch andere Accounts dazu brachte, Megan mit Beleidigungen zu überfluten. Die 13-Jährige erhängte sich daraufhin im Keller ihres Elternhauses. 

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