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Die Sekte Children of God ist vielen vor allem wegen einiger berühmter Aussteiger bekannt, darunter neben dem Schauspieler Joaquín Phoenix auch die Schauspielerin Rose McGowan, die jüngst mit ihren Berichten zu sexuellen Übergriffen von Harvey Weinstein Schlagzeilen machte. Auch innerhalb dieser angeblich religiösen Gruppe kam es immer wieder zu solchen Vorkommnissen. Die Sekte besteht trotzdem noch, allerdings unter einem neuen Namen.

 

Die Children of God

 

Die Sekte wurde Ende der 60er Jahre von David Berg in Kalifornien gegründet, der sich im Laufe der Jahre selbst als Moses David oder Dad bezeichnete. Zu den offiziellen Zielen der Gruppe gehörte die weltweite Evangelisierung, christliche Erziehung von Kindern, die Gründung von Gemeinden, die in brüderlicher Liebe lebten sowie die Rettung der Menschen vor dem Weltuntergang. Diesen würden nach Bergs Predigten nur die Mitglieder der Sekte überleben. 

Der Anführer konnte schnell eine beachtliche Mitgliederzahl um sich versammeln, wobei die meisten sehr jung waren und der Hippie-Szene angehörten. Auch über die Grenzen der USA hinaus, kamen Anhänger in neu gegründeten Kolonien zusammen und lebten nach den Vorgaben Bergs.

 

Rekrutierung durch Prostitution

 

In den 70er Jahren begannen die Sektenanhänger, neue Mitglieder durch sogenanntes Love Bombing oder Flirty Fishing zu rekrutieren. Diese Begriffe bezeichneten das Anbieten von sexuellen Handlungen, um im Gegenzug neue Gläubige zu gewinnen. Für diese spezielle Missionarsarbeit gab es konkrete Anleitungen und Vorgehensweisen. 

Angeblich wurde diese Praxis 1987 jedoch eingestellt. Grund dafür war primär die Gefahr einer Ansteckung mit HIV.

 

Sexueller Missbrauch von Kindern

 

David Berg kommunizierte mit seinen Anhängern vor allem durch sogenannte Mo Letter. Dies waren Briefe, in denen er seine Predigten zu Papier brachte. In solch einem Brief billigte der Anführer unter anderem Geschlechtsverkehr mit Kindern, „solange dies in Liebe geschehe“. Als Berichte davon an die Öffentlichkeit gelangten, wurden die Sektenmitglieder jedoch dazu aufgefordert, diese Briefe zu vernichten.

Auch, wenn die Mitglieder bis heute abstreiten, dass es je zu sexuellen Akten mit Kindern oder minderjährigen Jugendlichen gekommen sei, behaupten viele Aussteiger und ehemalige Anhänger, in jungen Jahren missbraucht worden zu sein.

 

Auflösung und Umbenennung

 

Im Jahr 1994 verstarb David Berg. Ab diesem Zeitpunkt übernahm seine Frau Karen Zerby, die sich auch Maria nennt, die Führung. Bis heute ist sie an der Spitze der Sekte.

Fünf Jahre nach Bergs Tod, löste sich die Sekte allerdings offiziell auf. Zu diesem Zeitpunkt sollen sich die Mitgliederzahlen auf rund 9.000 Anhänger belaufen haben. Etwa ein Drittel der Mitglieder wandten sich von der Gruppierung ab und die „Kinder Gottes“ sahen sich mit einem Gerichtsverfahren konfrontiert. 

Später nahm die Sekte ihre Tätigkeit jedoch wieder auf, allerdings unter einem neuen Namen. Heute nennen sich die Mitglieder „Family of Love“, oder auch kurz nur Die Familie. In Deutschland, Österreich und in der Schweiz wird die Vereinigung bis heute als Sekte angesehen und nicht als religiöse Glaubensgemeinschaft anerkannt. 

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