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Die Fernsehansagerin Edda Schönherz wurde in der DDR drei Jahre lang für ihren Ausreisewunsch nach West-Deutschland inhaftiert. 

Edda Schönherz, geboren 1944 in Schlesien, machte in der DDR in den 1960er-Jahren eine Ausbildung zur Journalistin, Moderatorin und Ansagerin, nachdem sie bei einem Auftritt ihrer Artistengruppe entdeckt wurde. Mit dem Beginn des Farbfernsehens in Ostdeutschland im Oktober 1969 wurde sie bald DDR-weit bekannt. Doch durch ihre politische Haltung – sie gehörte keiner Partei an und stand den Verhältnissen in der DDR kritisch gegenüber – fiel die Ansagerin bald in Ungnade.

Schönherz wollte für sich und ihre Kinder ein Leben ohne Bevormundung und Einschränkungen und erkundigte sich deshalb bei einem Urlaub im August 1974 in Ungarn in den Botschaften der USA und der Bundesrepublik, welche Ausreisemöglichkeiten es für sie gäbe. Doch die Botschaften in den Ostblockstaaten wurden überwacht, und die Stasi wurde über ihre Erkundigungen informiert. Zurück in der DDR wurde jede ihrer Bewegungen beobachtet, Wohnung und Telefon abgehört. Eine Woche nach ihrer Rückkehr wurde sie festgenommen und im Dezember verurteilt: Drei Jahre Haft wegen „staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme“ und „Vorbereitung eines ungesetzlichen Grenzübertritts in besonders schweren Fall“ sowie „Devisenvergehen“, die sie in Hohenschönhausen und Hoheneck absaß. Während ihrer gesamten Haftstrafe wurde Edda Schönherz von ihrer Familie und ihren Kindern isoliert – niemand wusste, wo sie sich aufhielt.

Im September 1977 wurde Edda Schönherz aus der Haft entlassen. Erst zwei Jahre später wurde ihr die Ausreise in die BRD gewährt. Sie war im Rahmen eines Austauschprogramms frei gekauft worden. Bereits wenige Monate später arbeitete sie für den BR in München und stand dort insgesamt 20 Jahre vor der Kamera.

2002 kehrte sie nach Berlin zurück. 2003 wurde sie Zeitzeugenreferentin für politische Bildung in der Gedenkstätte Hohenschönhausen und berichtet aus erster Hand über politische Verfolgung und Unterdrückung in der kommunistischen Diktatur. 2006 wurde ihr für ihr Engagement für die Aufarbeitung von SED-Unrecht das Bundesverdienstkreuz verliehen.

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