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Was sich zuerst ein wenig seltsam anhört, hat in Deutschland eine lange Tradition: Bereits seit 1919 arbeiten Polizisten hierzulande immer wieder mit Hellsehern, auch Psychic Detectives oder kurz Psi Detectives genannt, zusammen. Was damals auf der fehlenden Möglichkeiten zur Beweissicherung basierte, hält sich bis heute.

 

Das Medium Minna Schmidt

 

Einer der ersten Fälle, bei dem ein Hellseher zu polizeilichen Ermittlungen hinzugezogen wurde, ist ein Mord aus den 20er Jahren. Zwei Heidelberger Bürgermeister wurden ermordet und die Polizisten tappten im Dunkeln. 1921 konsultierten sie daher das Medium Minna Schmidt, die telepathische Fähigkeiten gehabt haben soll. Und tatsächlich: Die Frau aus Frankfurt konnte den Fundort der Leichen bestimmen und half den Ermittlern so dabei, den Fall aufzuklären.

 

Der entführte Hanns Martin Schleyer

 

In den 70er Jahren terrorisierten die RAF Deutschland. Zu ihren Taten gehörte auch die Entführung des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, der 1977 von Mitgliedern der Terrorgruppe entführt und ermordet wurde, nachdem ihren Forderungen zur Entlassung von elf inhaftierten RAF-Mitgliedern nicht nachgekommen war.

 

Nach Auffinden seiner Leiche wurde bekannt, dass die zuständigen Ermittler in dem Fall auch die Hilfe eines niederländischen Hellsehers in Anspruch genommen hatten. Dieser hatte ihnen wichtige Hinweise zum Aufenthaltsort Schleyers gegeben und sogar das Auto korrekt beschrieben, in dem er während seines Kidnappings transportiert worden war. Die Ermittler fanden den beschriebenen Mercedes und konnten einwandfrei feststellen, dass sich Schleyer in dem Wagen befunden hatte.

 

Weiteren Hinweisen des Mediums wurde aber nicht so konsequent nachgegangen. So habe der Hellseher auch das Hochhaus beschrieben, in dem die Terroristen ihre Geisel gefangen hielten. Doch das Bundeskriminalamt hatte es abgelehnt, das Gebäude zu stürmen. So konnten die Entführer Schleyer in weitere Verstecke bringen und ihn schließlich erschießen.

 

Elias aus Potsdam

 

Der Fall des kleinen Elias schockte 2015 ganz Deutschland: am 8. Juli 2015 verschwand der damals 6-jährige Junge aus Potsdam spurlos. Er war zum Spielen nach draußen gegangen. Als seine Mutter ihn zum Abendessen nach Hause rufen wollte, war er verschwunden. Seine Mutter alarmiert die Polizei. Es begann eine groß angelegte Suchaktion, bei der Polizisten aber auch zahlreiche freiwillige Helfer die umliegende Gegend durchkämmten und sogar in umliegenden Flüssen nach Elias suchten. Ohne Erfolg.

 

Im ersten Monat gingen die Beamten fast 900 Hinweisen zu dem Verschwinden des Jungen nach. Davon waren einige auch von Wahrsagern. Die Ermittler gingen den Tipps und Eingebungen der Hellseher nach, konnten dadurch jedoch keine weiter zu verfolgende Spur auftun.

 

Erst am 30.Oktober des gleichen Jahres bekommt die Familie schreckliche Gewissheit: Elias lebt nicht mehr. Silvio S. wird wegen der Entführung und des Mordes des vierjährigen Mohamed, einem Flüchtlingsjungen aus Berlin, festgenommen. Während des Verhörs gesteht er, auch für das Verschwinden von Elias verantwortlich zu sein.

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