Am 8. März 1951 werden die als Lonely Hearts Killer betitelten Mörder Martha Beck und Raymond Martinez Fernandez im Sing Sing Gefängnis in New York auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.

Das unwahrscheinliche Paar hatte gemeinsam Pläne geschmiedet, um Frauen, die Paaranzeigen in Zeitungen aufgaben, zu verführen, auszurauben und umzubringen. Beck und Fernandez prahlten damit, sie hätten auf diese Art und Weise 17 Frauen getötet, aber die Beweise in dem Fall deuten auf lediglich vier Opfer hin.

 

Der Lonely Hearts Club

 

Martha Beck war eine übergewichtige und vielen Aussagen zufolge unattraktive Frau, als sie dem sogenannten Lonely Hearts Club (zu dt.: Club der einsamen Herzen) beitrat. Sie hatte eine Anzeige für den Verein, der als Paarvermittlung agierte, in einer Zeitschrift entdeckt. Ihr erster Brief über den Verein kam von Ray Fernandez aus Brooklyn. Fernandez war ein Veteran aus dem Zweiten Weltkrieg, der sich bei einem Unfall eine schwere Kopfverletzung zugezogen hatte, in dessen Folge ihm keine Haare mehr wuchsen und er mit schweren Kopfschmerzen zu kämpfen hatte.

Fernandez wurde nach dem Krieg ein Kleinkrimineller, der bei seinen Überfällen ein billiges schwarzes Toupet trug, um seine Glatze zu verdecken. Er war überzeugt davon, dass er die Macht besaß, Frauen in Sexsklavinnen zu verwandeln.

 

Erste Opfer

 

1946 fand er, ebenfalls über den Lonely Hearts Club, sein erstes Opfer. Er lernte eine ältere Frau kennen und erarbeitete sich ihr Vertrauen, um daraufhin ihr Bankkonto leer zu räumen. Im darauffolgenden Jahr reiste er mit einem weiteren Opfer nach Spanien, wo die Frau später tot in ihrem Hotelzimmer aufgefunden wurde.

Fernandez meldete sich also bei Beck mit der Motivation, sie ebenfalls zu betrügen. Nach einer kurzen Affäre, verliebten die beiden sich jedoch ineinander. Als er ihr von seinem ursprünglichen Plan erzählte, mochte Beck die Idee so sehr, dass sie ihm bei weiteren Betrugsversuchen unterstützte.

 

Der gemeinsame Plan

 

Über die nächsten zwei Jahre gab sich Beck als Fernandez‘ Schwester aus, während er ältere Frauen verführte und sie dann bestahl. Bis 1949 hatten die beiden auf diese Art ein Opfer ermordet und ein weiteres mit einer ungewollten Überdosis an Schlaftabletten umgebracht.

Ihre Machenschaften kamen jedoch zu einem Ende, als Fernandez eine jüngere Frau in Michigan kennenlernte. Der Frau kam das angebliche Geschwisterpaar verdächtig vor und obwohl sie die beiden in ihr Haus einziehen ließ, wollte sie Fernandez nicht sofort heiraten oder ihm Zugang zu ihren Finanzen gewähren.

Als die eifersüchtige Beck nicht mehr länger warten wollte, töteten die beiden die Frau und ihre zwei Jahre alte Tochter und vergruben die Leichen im Keller des Haues. Doch Polizeibeamte fanden das Grab und nahmen das Paar, das mit der Ermordeten unter einem Dach gelebt hatte, fest.

 

Der Prozess

 

Tatsächlich gestanden Beck und Fernandez die Taten großzügig und bekannten sich schuldig. Da der Prozess in Michigan stattfand, einem Bundesstaat ohne die Todesstrafe, wähnten die beiden ihr Leben in Sicherheit. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass sie nach New York ausgeliefert wurden, wo ihnen der Tod durch den elektrischen Stuhl drohte.

Um der Todesstrafe zu entgehen, plädierten die beiden in der letzten Sekunde auf Unzurechnungsfähigkeit aufgrund von Wahnsinn, aber konnten damit die Jury nicht überzeugen. Am 8. März 1951 wurde das mörderische Paar hingerichtet.

Die Geschichte bildet die Grundlage des Kinofilms The Honeymoon Killers aus dem Jahr 1969.