Der Billionaire Boys Club machte in den 80er Jahren in Amerika von sich reden. Der Club, gegründet von reichen jungen Männern, machte durch das Versprechen, sehr schnell sehr reich werden zu können, von sich reden. Doch als den Millionärssöhnen das Geld knapp wird, sehen sie nur noch einen Ausweg: Mord. 

 

Die Anfänge des Clubs

Der Billionaire Boys Club wurde von Joseph Henry Gamsky gegründet, der später nur noch unter dem Namen Joe Hunt agierte. Der Club sprach junge Männer aus reichen Familien an, die aus der Harvard School for Boys in Los Angeles kamen. Hunt selbst entstammte ebenfalls einer reichen Familie und wollte schnell viel Geld verdienen. Aufgrund seiner fehlenden Arbeitserfahrung und dem Druck, sich als Millionärssohn in einem Unternehmen beweisen zu müssen, gründete er den Club und zog damit viele Gleichgesinnte an. 

Das „Business“-Modell

Der Club warb mit dem Versprechen neue Mitglieder an, dass sie sehr schnell sehr viel Geld verdienen würden. Tatsächlich funktionierte dies am Anfang auch: Der Billionaire Boys Club gründete einen Investmentfonds, der auf einem Schneeballsystem, dem sogenannten Ponzi Scheme, aufgebaut war. Dabei suchten sich die Mitglieder einen reichen Investor, den sie mit Versprechen von hohen Profiten dazu brachten, in den Club zu investieren. Das so zur Verfügung stehende Geld wurde jedoch lediglich dafür genutzt, den ausufernden Lifestyle der Jungs zu finanzieren. 

Aus Betrug wird Mord

Ein Jahr lang lief dieses Modell sehr gut und die Mitglieder um Joe Hunt lebten im Luxus. 1984 wurden jedoch die finanziellen Mittel langsam aber sicher immer knapper. Das lag zu einem großen Teil auch an einem Betrüger in den eigenen Reihen: Der Betrüger Ron Levin soll dem BBC mehr als vier Millionen Dollar aus der Tasche gezogen haben.

Levin verschwindet am 6. Juni 1984 spurlos. Bis heute konnte seine Leiche nicht gefunden werden. Mehrere Augenzeugen sagten im späteren Prozess aus, sie hätten den bekannten Schwindler in Griechenland, Beverly Hills und Los Angeles gesehen, das konnte jedoch nie zweifelsohne bestätigt werden. 

Da das Geld immer knapper wird, fasst die Führungsriege des BBC einen Entschluss: Der angeblich 35 Millionen Dollar schwere Hedayat Eslaminia, Vater des Club-Mitglieds Reza Eslaminia, soll sterben. Mit dem Erbe soll der Club und damit auch das ausschweifende Leben der Männer um Hunt gesichert werden. Was die Jungs nicht wissen: Eslaminia ist so gut wie pleite. 

Verrat aus den eigenen Reihen

Nach dem Verschwinden von Ron Levin und dem Mord an Hedayat Eslaminia beginnen die Beamten zu ermitteln. Als sich die Kreise immer enger um den Billionaire Boys Club ziehen, beschließt Dean Karny, der beste Freund und die rechte Hand von Clubgründer Joe Hunt, sich gegen seine angeblichen Kumpel zu stellen. Er versorgt die Polizisten mit ausreichend Beweisen und bekommt dafür im Gegenzug Immunität und kann nicht angeklagt werden.

Fall Ron Levin

Im Falle von Ron Levin werden Joe Hunt und der Club-Direktor für Sicherheit Jim Pittman des Mordes angeklagt. Hunt wird zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, während die Jury sich bei Pittman in zwei Prozessen nicht final entscheiden kann. In einem dritten Gerichtsverfahren wird er schließlich zu der bereits in Untersuchungshaft abgesessenen Strafe von dreieinhalb Jahren verurteilt und kann den Gerichtssaal als freier Mann verlassen. 

Fall Hedayat Eslaminia

Im Fall des ermordeten Hedayat Eslaminia werden zuerst dessen Sohn sowie Arben Dosti, ebenfalls Mitglied des BBC, jeweils zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. 

Hunt tritt in diesem Prozess als sein eigener Verteidiger auf und konnte immerhin erreichen, dass die Jury zu keinem eindeutigen Ergebnis kommen konnte. Damit zufrieden, dass er aufgrund des ersten Prozesses um Ron Levin bereits zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt wurde, lässt die Staatsanwaltschaft die Anklage fallen. Pittman wird ebenfalls freigesprochen. 

Nur wenige Monate nach den Prozessen spricht Pittman mit Fernseh-Reportern und gesteht, Levin ermordet zu haben. Da er nicht noch einmal für die gleiche Tat verurteilt werden kann, legt er ein umfassendes Geständnis ab und gibt damit an, dass die Polizei ihm nichts mehr anhaben könne. Pittman stirbt später im Alter von nur 44 Jahren an Nierenversagen. 

Verschwörungstheorien

Bis heute gibt es einige Menschen, die davon überzeugt sind, dass Ron Levin noch am Leben ist. Die nicht belegten Augenzeugenberichte haben zu einem Mythos geführt, in dem der Anführer des Billionaire Boys Club einem großen Betrüger zum Opfer gefallen ist.

Nun nimmt die ehemalige Staatsanwältin Marcia Clark diesen berüchtigten Kriminalfall unter die Lupe. Sie will herausfinden, ob Joe Hunt wirklich so besessen von Geld und Macht war, dass er zum kaltblütigen Mörder wurde, oder ob er von einem der besten Betrüger der Welt aufs Kreuz gelegt wurde. Dafür taucht sie ein in die Welt von Gier, Geld und Macht, um das Netz aus Begierde und Lügen zu entwirren, das dem „Billionaire Boys Club“ zum Verhängnis wurde. 


Einen Einblick in die Episode gibt Marcia Clark selbst über diesen Podcast (auf Englisch). Mit spannenden Ausschnitten aus der True-Crime-Reihe "The First 48 - Marcia Clark ermittelt" und Ausblicken und Erklärungen, die über die Inhalte der Episoden hinausgehen.