Zwei Tote in zwei Tagen: Das ist die traurige Bilanz von der Villa Spreckels Mansion in Kalifornien, die 2011 von dem Pharma-Geschäftsführer und Multimillionär Jonah Shacknai, dessen Sohn und seiner Lebensgefährtin, Rebecca Zahau, bewohnt wurde. Shacknai war der einzige Überlebende. Was ist passiert?

 

Der erste Unfall

Rebecca Zahau war mit ihrer jüngeren Schwester und dem Sohn ihres Freundes alleine in dem Haus, als der sechs Jahre alte Max beim Spielen über das Treppengeländer im zweiten Stock der Villa stürzte. Wahrscheinlich war er über den Hund oder ein Spielzeug gestolpert. Der Junge fiel mit dem Gesicht zuerst nach unten und zog sich schwerste Verletzungen an der Wirbelsäule und eine Hirnschwellung zu. Rebecca war zu diesem Zeitpunkt im Badezimmer. Als sie den Jungen kurz darauf schwer verletzt entdeckte, rief sie umgehend einen Krankenwagen.

Fünf Tage nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus starb Max an seinen schweren Verletzungen.

 

Die zweite Tragödie

Nur zwei Tage nach dem schrecklichen Unfall kommt es in dem gleichen Haus zu einer erneuten Tragödie: Der wegen seines Neffen in die Stadt geeilte Bruder von Shacknai findet die 32-jährige Rebecca nackt vom Balkon hängend, um ihren Hals ein zerrissenes T-Shirt. Er ruft den Notarzt und schneidet sie herunter, doch die Sanitäter können nur noch ihren Tod feststellen.

Nach umfassenden Untersuchungen und einer Autopsie wurde der Tod von Rebecca Zahau als Selbstmord eingestuft. Ihre Familie sah das jedoch anders.

 

Das Leben von Rebecca Zahau

Rebecca Zahau wurde in Burma geboren und zog mit ihrer Familie erst nach Nepal und schließlich nach Deutschland. Erst zehn Jahre vor ihrem Tod kam sie in die Vereinigten Staaten, wo sie anfangs als Optikerin arbeitete. 2002 heiratete sie den Studenten Neil Nalepa, die beiden ließen sich im Februar 2011 jedoch scheiden. Die Beziehung zu dem millionenschweren Geschäftsführer eines Pharmakonzerns Jonah Shacknai führte sie zu diesem Zeitpunkt bereits seit einigen Jahren.

 

Die Theorien um ihren Tod

Ihre Familie konnte sich nicht mit dem Gedanken abfinden, dass Rebecca aus Schuldgefühlen an dem Unglück um Max Selbstmord begangen haben sollte. Die Beschuldigungen richteten sich schnell gegen Adam Shacknai, den Bruder von Rebeccas Lebensgefährtin, den die junge Frau am Abend vor ihrem Tod noch vom Flughafen abgeholt hatte.

Nachbarn hatten später ausgesagt, dass den Abend über laute Musik aus dem Haus der Shacknais gedrungen sei. Der Hausbesitzer selbst war zu diesem Zeitpunkt zusammen mit der Mutter von Max im Krankenhaus an der Seite seines Sohnes. 

Als Adam Shacknai die Leiche von Rebecca fand, waren ihre Hände und Füße gefesselt, was die Familie ebenfalls zu Spekulationen kommen ließ. Spätere Nachstellungen bewiesen jedoch, dass es für die junge Frau durchaus möglich gewesen wäre, sich selbst zu fesseln und anschließend vom Balkon zu springen.

 

Der Prozess

Aufgrund dieser Ungereimtheiten verklagte die Familie von Rebecca schließlich Adam Shacknai und machten ihn für ihren Tod verantwortlich. Im April 2018 wurde ihnen in einem Zivilverfahren Recht gegeben: Adam Shacknai musste der Familie wegen des unrechtmäßigen Todes von Rebecca Zahau Schadensersatz in Höhe von 5,2 Millionen Dollar zahlen.

Auf der Suche nach der Wahrheit, sucht nun auch die ehemalige Staatsanwältin Marcia Clark nach Hinweisen, um herauszufinden, was wirklich mit Rebecca Zahau geschehen ist. 


Einen Einblick in die Episode gibt Marcia Clark selbst über diesen Podcast (auf Englisch). Mit spannenden Ausschnitten aus der True-Crime-Reihe "The First 48 - Marcia Clark ermittelt" und Ausblicken und Erklärungen, die über die Inhalte der Episoden hinausgehen.