Boise, Idaho Schrift
Zellen im Hochsicherheitsgefängnis
Hochsicherheitszellen des Old Idaho State Gefängnisses. (Foto: Alamy)

Old Idaho State Gefängnis

Location: Boise, Idaho

Hintergrundgeschichte: Baubeginn für das Idaho Territorial Penitentiary, wie das Gefängnis damals hieß, war 1870. 1872 kamen die ersten Häftlinge an. Die Anlage, die mehr als 16.000 Quadratmeter umfasst, bestand anfangs aus nur einem Gebäude. Über die Jahre vergrößerte sie sich, sowohl vom Ausmaß her als auch von den Aufgabenbereichen. Mit Hilfe der Insassen wuchs das Gefängnis zu einem Komplex von mehreren Gebäuden heran, darunter die Zellenhäuser 1 bis 5. Das Gefängnis wurde bis 1890 von der Bundesregierung betrieben, als aus dem Idaho-Territorium der US-Bundesstaat Idaho wurde.

In den folgenden Jahrzehnten wurde das Gefängnis dafür bekannt, dass es überfüllt war und schlecht verwaltet wurde. Es wurde „Old Pen“ genannt und beherbergte mehr als 13.000 Insassen während seiner 101-jährigen Geschichte. Außerdem fanden dort zehn Hinrichtungen statt. Aufstände im Jahr 1973 führten zur Schließung des Old Pen. Die Gefangenen wurden in die Idaho State Correctional Institution verlegt, die im Jahr 1972 öffnete.

1974 wurde das Old Pen unter Denkmalschutz gestellt und steht seitdem im staatlichen Verzeichnis historischer Stätten der USA. 

Zellenblock im Gefängnis
Ein Zellenblock des Old Idaho State Gefängnisses in Boise, Idaho. (Foto: Alamy)

Paranormal Activity: Das Old Pen ist heutzutage ein Museum. 150 Jahre Geschichte liegen  hinter ihm und es ist Gegenstand von Gerüchten und Spekulationen. Wird es von den Geistern ehemaliger Gefangener heimgesucht? Und wenn ja, was wollen sie? Was versuchen sie uns mitzuteilen?

Amber Beierle, Verwalterin des Old Pen und Co-Autorin von „Old Idaho Penitentiary“ (Arcadia Publishing, 2014), glaubt, dass solche Geister existieren. „Ich habe selbst noch nichts erlebt im Sinne von ‚Wow, ich habe etwas gesehen, das ich nicht erklären kann’“, sagt sie. Aber sie bietet eine Erklärung an für die Gefühle tiefer Trauer, welche viele Besucher nicht abschütteln können, wenn sie herkommen. „Es ist das unmittelbare Gefühl von der Geschichte dieses Ortes und dem Leiden, das hier stattfand. Wir sprechen von Menschlichkeit auf niedrigstem Niveau.“

Beierle gibt zu, dass sie Gänsehaut bekommt, wenn sie spät nachts durch die Hallen geht. „Von den meisten der 13.000 Insassen, die hier herkamen, kehrte der Großteil in die Gesellschaft zurück“, erklärt sie. „Einige von ihnen landeten in anderen Einrichtungen, aber hier zu sein, war ihr Tiefpunkt und diese Traurigkeit könnte das sein, was hier haust.“

Sie erklärt, dass ihre Arbeit in der Anlage die Vergangenheit ehrt. Es lässt sie neugierig, aber auch furchtlos sein in Bezug auf die Geister. „Ich erzähle die Geschichten immer so, dass ich den Geistern sage: ‚Hey, ich gebe euch eine Stimme, die ihr nicht hattet, als ihr hier wart.’ Ich fühle nie eine Wahrnehmung von Bösem. Ich fühle eine Wahrnehmung von Traurigkeit, die gemäßigt werden kann, indem ich dabei helfe, auszudrücken, was sie möchten.“

Beierles Furchtlosigkeit bedeutet nicht, dass sie der Meinung ist, Old Pen sei frei von bösen Geistern. „Es gibt hier ein paar fiese Typen, auf jeden Fall“, sagt sie. „Im Wesentlichen versuche ich dabei zu helfen, ihre Geschichten zu erzählen, also halten sie mir den Rücken frei. Mir geht es hier gut.“

Loch in Decke
Ein kleines Loch in der Zellendecke war das einzige Licht, das ein Häftling in Isolationshaft im Old Idaho State Gefängnis bekam. (Foto: Alamy)

Wartende Geister: Laut Beierle ist das sicherste Zeichen für Kontakt mit einem Old Pen Geist das kreidebleiche Gesicht eines Besuchers. „Egal, ob sie es benennen oder beweisen können – und meistens können sie das nicht, aber ich habe diese Gesichter gesehen und ich weiß, dass diese Leute absolut daran glauben, dass sie etwas erlebt haben, etwas gesehen haben oder etwas gefühlt haben, das aus dem Jenseits kam“, so Beierle.

Eine solche Begebenheit fand im Zellenhaus 3 statt. Eine Frau, die mit Beierle unterwegs war, hat gefühlt, wie etwas ihr Haar gestreift hat. „Es war eine reale, körperliche Sache, die ihr Haar gestreift hat und sie hat ein Flüstern gehört: ‚Hübsch’.“

Bei einer anderen Begegnung ging es um einen Geburtstag. Beierle erzählt: „Eine Busfahrerin kam und suchte ihre Schulgruppe. Sie ging in dieses Gebäude und sie hörte Echos. Sie versuchte herauszufinden, was das war. Es war nur Geflüster, Dinge, die sie nicht unterscheiden konnte. Dann ging sie zu einer Stelle, an der sie eine der Biografien las. Und darin ging es genau um die einzige Doppel-Hinrichtung, die wir hier hatten: Ernest Walrath und Troy Powell. Sie starben am Geburtstag der Busfahrerin: Dem 13. April 1951. Es war also beinahe so, als hätten die Stimmen sie hergelockt, damit sie das sieht und die Verbindung herstellt.“

Hat irgendjemand Gänsehaut?

Die skeptische Seite: Auch wenn Beierle selbst nicht auf der Skeptiker-Seite ist, versteht sie, woher die Zweifler kommen. „Wir haben einige unter unseren Mitarbeitern“, sagt sie. „Die Augen werden gerollt und ‚Pfff’ gemacht. Ich glaube, jedem, der ein praktischer und logischer Typ ist, fällt es schwerer daran zu glauben.“

Schild im Gefängnis
Ein Schild im Old Idaho State Gefängnis. (Foto: Alamy)

Erfahre mehr: Informiere dich über Old Pen in „Old Idaho Penitentiary“ von Amber Beierle, Ashley Phillips und Hanako Wakatsuki (Arcadia Publishing, 2014) und in „Hanged – A History of Idaho’s Executions“ von Kathy Deinhardt Hill (Big Mallard Books, 2010). Die Internetseite der Sehenswürdigkeit zeigt einen Katalog der Häftlinge (bis 1947), wie auch Angaben zu laufenden Ausstellungen. Eine mündliche Geschichte, basierend auf Interviews mit 15 ehemaligen Old Pen Wächtern von 1992 ist bei der „Idaho State Historical Society“ erhältlich.

Sie es dir selbst an: Old Pen bietet geführte Touren an für Gruppen ab der vierten Klasse bis zum College und selbstgeführte Touren für normales Publikum. Andere Aktivitäten und Events wie z.B. Schnitzeljagden werden außerdem vor Ort angeboten. Für mehr Details, sieh dir die Old Pen Internetseite an.