Humboldt County, California
Alter Wald
Ein alter Wald in Kalifornien. Könnte Bigfoot hier zu Hause sein?

Ein Besuch im „Bigfoot Country“.

Location: Humboldt County, Kalifornien (möglicherweise auch woanders)

Hintergrundgeschichte: Legenden um eine riesige Kreatur, die durch die Wälder Kaliforniens streift, gehen Jahrhunderte, sogar Jahrtausende zurück. Aber das heutige Bild und die Idee von Bigfoot kamen im Oktober 1958 auf. Hier ist eine kurze Chronik der Schlüsselereignisse von damals bis heute.

Oktober 1958: In einem Artikel für die „Humboldt Times“ interviewte der Reporter Andrew Genzoli Mitglieder einer Straßenbaumannschaft. Darunter war auch ein Mann namens Ray Wallace, der erzählte, dass sie alle riesige Fußspuren gesehen hatten, die unbestreitbar echt waren. Das war das erste Mal, dass das Wort „Bigfoot“ benutzt wurde.

Oktober 1967: Ein Kurzfilm, der heutzutage als „Patterson-Gimlin“-Film bekannt ist (benannt nach den zwei Männern, die das Bildmaterial aufgenommen haben), wird veröffentlicht. Viele halten diesen Film, der kürzer als eine Minute ist, für einen Beweis von Bigfoots Existenz. Der Film machte die Welt mit einer Kreatur bekannt, die schlicht als Patty bekannt wurde.

2002: Ray Wallace starb im November 2002. Innerhalb weniger Monate meldeten sich Mitglieder seiner Familie, die aussagten, dass die Fußspuren, von denen er 1958 berichtet hatte – und die Geschichte, die den Begriff Bigfoot prägte – ein Scherz gewesen ist. Einige Leute glauben diese Erklärung nicht. Andere halten die Fußspuren für einen Scherz, glauben aber trotzdem, dass es Bigfoot dort draußen gibt.

Heute: Theorien und Erklärungen, dass der „Patterson-Gimlin“-Film auch ein Scherz war, sind verbreitet. In den letzten Jahren hat Bob Heironimus, der Berichten zufolge dabei war, als das Material aufgenommen wurde, aktenkundig ausgesagt, dass das Video tatsächlich ihn in einem Anzug zeigt. Er wollte endlich hervortreten, weil er dafür nie bezahlt worden ist. Viele zweifeln allerdings an Heironimus’ Glaubwürdigkeit und an der Motivation seiner Aussage, so dass die Debatte um die Echtheit des Films weitergeht.

Ansicht eines Glaubenden: Richard Stenger, der für das Eureka Humboldt Visitors Bureau arbeitet, glaubt an Bigfoot. Für ihn hatte der mittlerweile verrufene Film Einfluss daran. „Das hat mich überhaupt erst empfänglich gemacht für die Idee“, sagt er. „Es gab sicherlich viele Scherze, aber im Gegensatz zu ein paar bekannten Scherzen gab es mehr glaubwürdige Sichtungen. Es gab Leute, die gesagt haben, ‚Ja, wir glauben, dass das wahr ist; ja, uns ist das passiert; ja, wir haben das erlebt.“ Der „Patterson-Gimlin“-Film ist eins davon.“ Weiter sagt er: „Ich habe mehrere Leute getroffen und kennen gelernt, die ich als normal, vernünftig und glaubwürdig erachte und die keinen Grund haben, die Idee von Bigfoot voranzutreiben, aber die von Erfahrungen berichtet haben.“

Name ist Schall und Rauch: Vor dem berühmten Artikel von 1958 wurde Bigfoot meist als Sasquatch oder als Waldaffe bezeichnet. Heutzutage werden die Namen abwechselnd gebraucht. Manchmal wird auch Yeti gesagt, obwohl man dabei eher an eine ähnliche Kreatur im Himalaya denkt. Bigfoot ist der am meisten genutzte Name für die Kreatur, die vielleicht oder vielleicht auch nicht im Pazifischen Nordwesten umherstreunt.

Hoopa Zusammenhang: Aus dem Hoopa Indianer Reservat in Humboldt Countys Hoopa Valley stammen viele Berichte über Sichtungen. Obwohl er selbst noch keine Begegnung hatte, glaubt Ryan Jackson, Vorsitzender des Hoopa Indian Reservation Tribal Council an Bigfoot. „Bigfoot wird als eine Art Erhalter des Waldes angesehen: der große Typ da draußen“, sagt er. „Für viele von uns hier in Hoopa ist er kulturell und traditionell ein Teil von dem, was wir tun.“

Jackson erklärt, dass Bigfoot nicht ständiges Gesprächsthema unter den Hoopa ist, „außer, wenn jemand aktuell eine besondere Geschichte hat, die er teilen möchte.“ Er sucht nicht aktiv nach der Kreatur, sagt er. „Wenn du ihn triffst, oder sie oder es, hast du Glück gehabt.“

Bogfoot Museum umringt von Bäumen
Das Bigfoot Museum in Willow Creek, Kalifornien. (Foto: Bob Doran)

Erfahren Sie mehr: Bibliotheken und Buchläden, darunter „Bigfoot Books“ in Willow Creek, haben keinen Mangel an Material zu Bigfoot. Nennenswerte Bücher der Region sind u.a. „The Hoopa Project: Bigfoot Encounters in California“ und „Tribal Bigfoot“, beide geschrieben von David Paulides und illustriert von Harvey Pratt. Außerdem „Bigfoot! The True Story of Apes in America“ von Loren Coleman und „Saquatch: Legend Meets Science“ von Jeff Meldrum. Außerdem kann man sich mehreren auf Bigfoot bezogenen Organisationen anschließen, darunter die „Bigfoot Field Researchers Organization“. Außerdem ist das Willow Creek-China Flat Museum stolzer Teil des Bigfoot Country, das die bekannte Bigfoot-Ausstellung beheimatet, die unter anderem mehrere Gipsfußabdrücke enthält.

Sehen Sie selbst: Auch wenn viele, die an Bigfoot glauben, sich nicht trauen, mitten in der Nacht in die Wälder von Humboldt County zu gehen, um selbst nach Bigfoot zu suchen, so laden die Einheimischen dazu ein, selbst nachzusehen. Aber wenn Sie das tun, gehen Sie bitte respektvoll mit dem Land und den Leuten, die dort leben, um. Jackson sagt: „Die Leute hier in Hoopa sind sehr beschützend mit dem, was ihnen geblieben ist, aber sie sind immer sehr offen. Viele Leute hier sind stolz – stolz auf Bigfoot Country.“