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Grüne Landschaft Amerika
Ozark National Forest. (SuperStock/Alamy Stock Photo)

Heimat des Waldaffen

Location: Tief in den Bergen von Oklahoma und angrenzenden US-Bundesstaaten, vor allem in den Ouachita und Ozark Mountains

Hintergrundgeschichte: Der Waldaffe soll ein Primat mit affenähnlichen Merkmalen sein. Während Berichte über Waldaffensichtungen (häufig als „Bigfoot“ dokumentiert) Berichten angeblich bis zu 150 Jahre zurückreichen, gab es schon immer starke Zweifel an der Existenz des Tieres.

Die North American Wood Ape Conservancy (NAWAC) ist eine föderativ anerkannte Nonprofit-Organisation, deren Ziel es ist zu beweisen, dass solch ein Tier existiert. Brian Brown, ein Mitglied des NAWAC-Vorstands, erklärt: „Wir agieren unter der Annahme, dass der Waldaffe eine erhaltene Art eines Großfauna-Primaten ist, nicht unähnlich dem Gigantopithecus blacki (G. blacki), einer Primatenart, die vor der letzten Eiszeit in Asien lebte.

NAWACs Leitlinie ist folgendes:

Zu recherchieren und Forschung zu betreiben hinsichtlich der Existenz der nicht verzeichneten Primatenart, die wir als Waldaffe bezeichnen, auch bekannt als Sasquatch oder Bigfoot; wissenschaftliche, offizielle und staatliche Anerkennung zu fördern, sowie Bewahrung und Schutz dieser Art und ihres Lebensraums; weitere sachliche Bildung und Verständnis in der Öffentlichkeit bezüglich dieser Art zu fördern, mit dem Fokus auf den Kontinent Nordamerikas.

Waldaffe vs. Bigfoot: Häufig werden die Begriffe „Waldaffe“, „Bigfoot“ und „Sasquatch“ austauschbar verwendet. In einer beiläufigen Unterhaltung ist das okay, so Brown. Dennoch betont er, dass die Tätigkeit und die Mission der NAWAC darauf hinarbeiten, ein tatsächliches Tier zu finden. Der Begriff „Bigfoot“ wird häufig gebraucht, um eine mythenhafte oder sogar spirituelle Kreatur zu beschreiben. Um die Legitimität der NAWAC-Bemühungen nicht zu verwässern, wird der Begriff „Waldaffe“ in allen offiziellen Konversationen der Organisation benutzt.

Hinweise...: Die Beweise, die die NAWAC angesammelt hat, sind reichhaltig: Von mehr als 100 Gipsabdrücken bis hin zu mehreren Haarproben unbekannter Herkunft. Brown hat auch eigene Erfahrungen gesammelt: So wurden von den Tieren einige große Steine „von der Größe von Bowlingkugeln“ auf ihn geworfen. „Wenn du dich in dieser Umgebung befindest, dann gibt es nur zwei große Tiere, die mir einfallen, die einen Stein auf dich schmeißen können: Eine davon ist ein Mensch. Die andere wäre ein Affe oder ein Primat mit einer ähnlich geformten Hand“, sagt er.

Holzklopfen ist eine andere Art, wie die Forscher sagen können, ob ein Waldaffe in der Nähe ist. „Wir wissen nicht genau, warum sie das tun“, so Brown. „Sie scheinen ein Stück Holz oder einen Stein zu benutzen und schlagen damit auf einen Baum. Das kann sehr laut sein.“ Er erinnert sich an eine Erfahrung, die er vor ein paar Jahren gemacht hat. „Ich guckte von der Stelle aus, wo ich das klopfende Geräusch gehört hatte und ich habe den Kopf und die Schultern von jemandem gesehen, der hinter einem Baum hervor sah und mich anguckte. Sobald ich es gesehen hatte und es realisiert hatte, dass ich es sah, stand es auf und ging hinter den Baum. Das war das letzte Mal, dass ich einen Waldaffen gesehen habe.“

Aber es war nicht das erste Mal. 2010 war Brown mit einer Gruppe von Leuten unterwegs, in der Nähe eines Hügels, für dessen Anstieg er mindestens zwei Minuten brauchen würde. „Wir sahen diese zwei Tiere auf den Hügel rennen“, so Brown. „Sie waren unglaublich schnell und unglaublich anmutig. Das eine war größer und das andere etwas kleiner. Sie waren in der Hüfte nach vorn gebeugt und sie liefen diesen Hügel rauf. In Sekunden waren sie oben.“

Herbstlandschaft mit Fluss
Buffalo National River, Ozark Mountains. (Andre Jenny/Alamy Stock Photo)

...aber keine Beweise: Brown gesteht ein, dass eine Fülle von Hinweisen noch kein Beweis ist. „Die Wissenschaft braucht nicht den ganzen Körper“, sagt er, „aber man braucht ein Teil identifizierbarer Überreste, die definitiv nicht von einem Tier stammen, das schon von der Wissenschaft bezeichnet wurde. Es wird viele Wissenschaftler brauchen, um die Proben zu untersuchen und alle müssen zu der gleichen Schlussfolgerung kommen: Dass diese Proben nicht von etwas sind, das in den naturwissenschaftlichen Museen Nordamerikas existiert und dass es als real akzeptiert werden muss.

Warum ist das wichtig?: Für die NAWAC reflektiert die Suche nach einem Beweis für den Waldaffen laut Brown die Leidenschaft, Lebensräume in den USA zu erhalten.

Warum die Organisation einen Waldaffen töten und fangen will, um ihn der Welt zu zeigen, erklärt Brown so: „Ich möchte auf keinen Fall ein Tier töten, aber die Bedürfnisse des einen überwiegen gegenüber den Bedürfnissen vieler. Wir glauben, dass sie da sind, wir glauben, dass ihre Umwelt unter Druck ist und wir glauben, dass sie unter Druck sind.“

Er vergleicht den Druck der Beweislast in diesem Fall damit, wie es wäre, die Existenz eines Tieres zu beweisen, das weniger aufsehenerregend ist. „Wenn wir über die Spezies der Waschbären reden würden“, sagt er, „wären die Wissenschaftler begeistert. Wenn wir über einen Specht reden würden, hätte uns die Cornell University 100 Leute geschickt, die versuchen würden, ihn zu finden.“

Erfahre mehr: Die NAWAC-Internetseite enthält eine Auswahl an Informationen über den Waldaffen, darunter „Apes Among Us“, der Podcast der Organisation, sowie Beschreibungen von Projekten und Methodik der Forscher. Andere Quellen, die sich zu überprüfen lohnen, wenn du mehr wissen willst, sind: „The Bigfoot Information Project“ (BIProject), podcast (2006-2008) von Brian Brown, The Bigfoot Field Researchers Organization (BFRO) und „The Sawquatch File“ (1973) und „Sasquatch: The Apes Among Us“ (1981), beide von John Green.