Total Control - Im Bann der Seelenfänger

Esther Sedlaczek geht der Frage nach, wie religiöser Eifer und spiritueller Fanatismus Menschen zu willfährigen Subjekten ohne Sinn für Gerechtigkeit und Empathie machen können. Die einstündige A&E-Dokumentation erzählt die Leidensgeschichten ehemaliger Sektenmitglieder, Überlebender und Opfer radikaler Ideologien.

Welche Anziehungskraft besitzen Totalitarismus und extremer Glaube und welche Parallelen lassen sich bei all diesen zerstörerischen Gruppen erkennen? Als Reporterin steht die TV-Moderatorin Esther Sedlaczek für A&E vor der Kamera. In der Produktion trifft sie auf ein ehemaliges ranghohes Scientology-Mitglied, al-Qaida Aussteiger, einen ehemaligen Neo-Nazi sowie die langjährige Fernsehansagerin Edda Schönherz, die in der DDR drei Jahre lang für ihren Ausreisewunsch nach West-Deutschland inhaftiert wurde.

Neben den Opfern und Überlebenden zerstörerischer Gruppen und radikaler Ideologien kommen zudem internationale Experten, unter ihnen Ron Jones („Die Welle“) und Philip Zimbardo („Stanford-Prison-Experiment“), zu Wort, die die Mechanismen von Macht und Manipulation erklären. 

DIE PROTAGONISTEN

Edda Schönherz

Edda Schönherz

Journalistin, Moderatorin und Ansagerin in der DDR der 1960er-Jahren.

Die Moderatorin war ihrer Zeit DDR-weit bekannt. Da sie keiner Partei angehörte und den Verhältnissen in der DDR kritisch gegenüberstand, fiel sie jedoch bald in Ungnade und verbrachte, nachdem sie sich nach einer Ausreise in die Bundesrepublik erkundigte, drei Jahre in den Gefängnisanstalten Hohenschönhausen und Hoheneck.

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Irfan Peci

Irfan Peci

Ehemaliger al-Qaida-Propagandachef in Deutschland.

Früher lenkte er weltweit die Kommunikations-Netzwerke der Organisation, bereits mit 18 Jahren drehte er Propagandavideos. Heute muss er als Verräter der Salafistenszene geschützt werden und engagiert sich für Jugendliche, um Orientierung zu geben und sie schon im Radikalisierungsprozess zu erreichen. 

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Eren Recberlik

Eren Recberlik

Ehemaliger Angehöriger der Szene um die islamistischen Hassprediger Pierre Vogel und Bernhard Falk.

Noch immer zählt er in Deutschland als „islamistischer Gefährder“, doch um seine Vergangenheit hinter sich zu lassen, schloss er sich einem Aussteigerprogramm an und wird von Irfan Peci unterstützt, mit dem er junge Muslime vor der Islamistenszene warnen möchte.

Wilfried Handl

Wilfried Handl

Früher oberster Mann von Scientology in Wien und einer der mächtigsten Sektenmitglieder in Österreich.

Nach seiner Krebserkrankung fing er an, an Scientology zu zweifeln. Scientologen höherer Stufen seien nämlich eigentlich von Krankheiten geschützt. Er steigt aus und verliert all seine Kontakte. Durch Dokumentationen aktueller Ereignisse, Demos und Vorträge betreibt er heute Aufklärung.

Rick Alan Ross

Rick Alan Ross

US-amerikanischer Sektenspezialist und Gründer und Vorsitzender der gemeinnützigen Organisation „Cult Education Institute“, die sich der öffentlichen Bildung und Forschung widmet.

Der (selbsterklärte) Sektenausstiegsberater hat bis 2004 mehr als 350 Deprogrammingfälle in verschiedenen Ländern übernommen.

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Dr. Philip Zimbardo

Philip Zimbardo

US-amerikanischer emeritierter Professor für Psychologie der Stanford University.

1971 führte Zimbardo das Stanford-Prison-Experiment durch, das den Machtmissbrauch und das Gewaltverhalten von Menschen in bestimmten Positionen aufzeigen sollte. Außerdem studierte und erforschte er Kult-Verhalten und Gedankenkontrolle.

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Ron Jones

Ron Jones

US-amerikanischer Lehrer, der das The-Third-Wave-Experiment durchführte.

In seinem Geschichtsunterricht legte er Wert auf eigenständiges Denken und unterschiedliche Perspektiven von Thematiken. Mit dem Experiment wollte er den Aufstieg des Faschismus in Deutschland veranschaulichen. Heute ist er als Pädagoge und Dramatiker tätig und klärt er über die Gefahren des Totalitarismus auf.

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Mark Hancock

Mark Hancock

Ehemaliger Schüler von Ron Jones, der das "Third-Wave"-Sozialexperiment miterlebte.

Die Klasse formte sich unter ihrem Lehrer zu einer eigenen Bewegung, vereinnahmt von Disziplin und Gemeinschaft. Heute ist er der Überzeugung, es wäre eine schmerzhafte, aber wertvolle Lektion fürs Leben gewesen und hält Vorträge an Schulen, um aufzuklären und zu warnen. 

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Oliver Riek

Oliver Riek

Neo-Nazi-Aussteiger

Schon früh entwickelte Riek eine Faszination für das Dritte Reich. Die Mitgliedschaft in einer rechtsradikalen Burschenschaft schürte seinen Hass gegen alles Undeutsche. Nach seiner Zeit in der Bundeswehr setzte er sich mit seinen Vorurteilen auseinander, heute will er verdeckter nationalsozialistischer Propaganda entgegenwirken und erzählt offen von seinem Ausstieg.

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